Ausflüge
Palast von Phaistos
Der Palast von Phaistos (auch Phaestos oder Phaistos Minoan Palace) ist eine der faszinierendsten archäologischen Stätten auf Kreta. Er ist zwar etwas weniger überlaufen als das berühmte Knossos, steht diesem in historischer Bedeutung aber in nichts nach. Viele Besucher finden Phaistos sogar atmosphärischer, weil es weniger rekonstruiert wurde und man die "echten" Ruinen in einer traumhaften Landschaft erlebt.


📍 Lage und Kulisse
- Wo? Der Palast liegt im Süden Kretas, etwa 46 Kilometer östlich von Triopetra, auf einem Hügel über der fruchtbaren Messara-Ebene. Rund eine Stunde Fahrzeit von Ag. Paraskevi (Triopetra).
- Das Besondere: Von den Ruinen aus hat man einen gigantischen Panoramablick auf die Ebene und das Ida-Gebirge. Die Lage wurde damals strategisch perfekt gewählt.
🏺 Geschichte und Mythologie
- Die Erbauer: Phaistos war nach Knossos das zweitgrösste Zentrum der minoischen Kultur (der ersten Hochkultur Europas).
- Zwei Paläste in einem: Der erste Palast wurde um 1900 v. Chr. erbaut, jedoch um 1700 v. Chr. durch ein schweres Erdbeben zerstört. Daraufhin errichtete man den "neuen" Palast, dessen Überreste man heute hauptsächlich sieht. Um 1450 v. Chr. wurde auch dieser zerstört (vermutlich durch ein weiteres Beben oder Eroberer).
- Mythos: Laut der griechischen Mythologie wurde Phaistos von König Minos gegründet. Regiert wurde der Palast von dessen Bruder, dem weisen Radamanthys.
🔍 Das größte Rätsel: Der Diskos von Phaistos
Das mit Abstand berühmteste Fundstück der Ausgrabung ist der Diskos von Phaistos.
- Es handelt sich um eine runde Tonscheibe (ca. 16 cm Durchmesser), die auf beiden Seiten mit spiralförmig angeordneten Stempelsymbolen bedruckt ist.
- Das Mysterium: Bis heute ist es niemandem gelungen, die Schrift (eine Art Hieroglyphen) zweifelsfrei zu entziffern. Es ist eines der bekanntesten Rätsel der Archäologie.
- Hinweis: Das Original des Diskos kannst du nicht in Phaistos selbst sehen, sondern im Archäologischen Museum in Iraklio.
🏛️ Was gibt es vor Ort zu sehen?
Im Gegensatz zu Knossos, wo der Archäologe Arthur Evans viele Teile mit Beton fantasievoll rekonstruiert hat, wurde in Phaistos fast alles so belassen, wie es gefunden wurde. Zu den Highlights gehören:
- Die monumentale Freitreppe: Eine beeindruckende, breite Treppe, die zum Haupteingang des neuen Palastes führte.
- Der Theaterplatz: Ein Bereich mit stufenartigen Sitzreihen, auf denen vermutlich religiöse Rituale oder Vorführungen stattfanden.
- Die königlichen Gemächer: Man kann noch gut die Aufteilung der Wohnräume von König und Königin erahnen.
- Die Vorratslager (Magazine): Große Räume, in denen riesige Tonkrüge (Pithoi) für Öl, Wein und Getreide standen.
💡 Tipps für den Besuch
- Timing: Da es auf dem Hügel kaum Schatten gibt, lohnt sich der Besuch am frühen Morgen oder am späten Nachmittag. Dann ist auch das Licht für Fotos am schönsten.
- Kombination: Ein Ausflug nach Phaistos lässt sich wunderbar mit einem Abstecher zu den nahegelegenen Ruinen von Gortyn oder einem Badetag am berühmten Hippie-Strand von Matala (ca. 15 Autominuten entfernt) verbinden.
